Wandern mit Hund – Was man beachten sollte

Es ist immer schön, wenn man sich auf diversen Social Media Plattformen die Postings mit den Hashtags „#wandernmithund“, „#doghikers“ etc. ansieht. Man sieht, wie viele Menschen Freude daran haben, mit ihren geliebten Vierbeinern die Welt zu erkunden. Doch auch wenn die Fotos auf Instagram und Co. oft unbeschwert wirken sollte man, wenn man selbst auf die Idee kommt, mit seinem Liebling wandern zu gehen ein paar Dinge beachten.

Erstmal klein anfangen!

Klingt hoffentlich auch logisch, dass man als erste Wanderung mit dem Hund nicht gleich einen 40 km Marsch planen sollte, sondern eher einmal eine Runde wählt, die maximal 5 – 10 km lang dauert. Wenn Dein Hund eigentlich ein Couch Potato oder eine Diva ist, wirst Du ihn nämlich irgendwann tragen müssen, wenn er plötzlich keine Lust mehr hat, zu laufen. Das kann dann je nach Größe des Tieres relativ anstrengend werden.

In diesem Beitrag werde ich näher auf die Fragen eingehen, die sich eventuell stellen könnten und aus eigener Erfahrung antworten.
Ich erwähne ausdrücklich, dass die folgenden Empfehlungen auf meinen eigenen Erfahrungswerten beruhen und nicht unbedingt auf alle Hunde zutreffen müssen.

Wandern mit Hund: mit oder ohne Leine?

Die häufigste Frage ist immer, ob man seinen Hund beim Wandern lieber anleinen oder ob er frei herumlaufen soll. Grundsätzlich bin ich dafür, dass der Hund an der Leine ist, da sich vor allem kleine oder aktive Hunde schnell verausgaben können. Ein Hund weiß nicht, dass diese und jene Wanderung 3-4 Stunden dauern könnte und teilt sich deswegen auch nicht seine Kräfte ein.

Jedoch kann sich bei dauernder Leinenführung nach einiger Zeit auch Frust aufbauen. Deswegen solltest Du regelmäßig eine kleine Pause machen. Wenn Du Dir zu 100% sicher bist, dass Dein Hund nicht wildern geht oder aus sonst einem Grund abhaut, spricht nichts dagegen, ihn während dieser Pausen mal für ein paar Minuten von der Leine zu lassen, um sich auszutoben. Ansonsten kannst Du ihn mit Leckerlis oder Suchspielen (an der Leine) bei Laune halten. Ausführlicheres dazu weiter unten.

Ich persönlich verwende bei meinen Wanderungen meist eine Flex-Leine (ich sehe gerade vor mir, wie es einige „Hundeflüsterer“ gerade vor dem Bildschirm zusammenkrampft 😀 ). Aber alles andere ist für meine Hündin (und mich) ungeeignet. Schleppleine ist für mich zu unhandlich und normale Kurzleinen……. naja viel Spaß mit einer 9 Jahre alten Beaglemix-Hündin, die alle 2-3 Meter stehen bleibt, um irgendwo zu schnüffeln und sowieso nur das macht, was sie will. Nach spätestens einer Stunde bräuchte ich ein neues Schultergelenk. 😀

Was sollte ich für den Hund zusätzlich in meinen Rucksack packen?

Die wichtigsten Dinge sind erstmal ein Handtuch, Napf, Wasser, Futter, Leckerlis, eine Ersatzleine und ein Ersatzgeschirr/Halsband. Ich empfehle, speziell an heißen Tagen, für Euch beide mindestens zwei bis drei Liter Wasser mitzunehmen. Dein Hund trinkt zwar jetzt wahrscheinlich keine 1,5 Liter Wasser, aber er lässt viel im Napf zurück, was Du ja dann für gewöhnlich wegschüttest. Es gibt auch spezielle Trinkflaschen für Hunde, meine kleine Diva fürchtet sich jedoch davor. Wenn Du in den Bergen unterwegs bist, hast Du meist die Gelegenheit, bei diversen Schutzhütten Deinen Wasservorrat aufzufüllen.

An besonders heißen Tagen empfiehlt es sich ohnehin, die Wanderroute so auszuwählen, dass sie die meiste Zeit an Flüssen und Bächen entlang führt. Das ist nicht nur für Deinen Hund ideal, sondern auch Du kannst Dich selbst in die Fluten schmeißen, wenn Dir die Hitze irgendwann zu viel wird. Vorsicht, wenn der Hund aus Regenpfützen trinkt: Wenn man weiß, dass es am Vortag ausgiebig geregnet hat, ist es grundsätzlich kein Problem. Wenn dies schon länger nicht der Fall war, kann es durch den Genuss dieses Wassers zu Durchfall oder Schlimmerem führen!

Eine Faustregel sagt: Je schneller das Wasser fließt, desto unbedenklicher ist der Genuss.

Bei längeren Wanderungen solltest Du ebenso an Verbandszeug und Wunddesinfektionsmittel denken. Es kann ganz schnell einmal passieren, dass Dein Liebling sich z.B. die Wolfskralle abreißt, oder sich sonst irgendwie an den Pfoten verletzt. Speziell im Hochgebirge gibt es oft Passagen, an denen scharfkantige Steine herumliegen, hierbei ist besondere Vorsicht geboten. Eventuell solltest Du Deinen Hund eventuell die paar Meter tragen, bis der Boden wieder weniger felsig ist.

Es kann auch nicht schaden, einen Beißkorb mitzunehmen. Solltest Du z.B. eine Seilbahn benutzen wollen, besteht bei diesen meistens Beißkorbpflicht.

Da meine Nase auf vier Pfoten inzwischen mit neun Jahren schon im „Senior“ Alter angelangt ist und auch ein relativ kurzes Fell besitzt, habe ich bei niedrigen Temperaturen auch einen Mantel für Hunde mit dabei.

Man sieht ihr richtig die Freude an……

Auf welche Warnsignale sollte ich achten?

Zittern

Das Zittern muss nicht unbedingt bedeuten, dass ihm kalt ist, es kann auch ein Anzeichen für Erschöpfung oder Überanstrengung sein. Speziell bei Wanderpfaden, an denen es steil bergab geht, bemerkt man oft, wie auch die eigenen Beine immer schwerer und tauber werden.
Wenn Dir auffällt, dass Dein Hund zittert, lege am Besten eine kleine Pause ein. Etwas Wasser und die mitgenommene Extraportion Futter können hierbei Wunder bewirken.

Untypisches Verhalten

Wenn Dein vierbeiniger Wanderpartner für gewöhnlich ein leidenschaftlicher Schnüffler ist, auf einmal mit der erhobenen Schnauze neben Dir herläuft, kann das ein Zeichen sein, dass er keine Lust mehr hat. Das steht im selben Verhältnis zum aktiven, quirligen Hüpfer, der plötzlich nur noch rumschnüffelt. Die wenigsten Hunde setzen sich einfach hin und zeigen Dir somit, dass sie auf gut Deutsch keinen Bock mehr haben.

Auch hier kann eine kleine Pause zum Spielen helfen, um den angestauten Frust zu beseitigen. Den Schnüffler motivierst Du am besten damit, indem Du Leckerlis versteckst. Der Aktive wird am ehesten mit einem Zerr- oder Fangspiel aus seiner Laune zu bringen sein.

Sollte die dritte Möglichkeit eintreffen, dass der Hund „bockt“ und nicht mehr weitergeht, hast Du entweder die Regel „Erstmal klein anfangen“ oder die Warnsignale Deines Hundes zu lange missachtet.

In diesem Falle wünsche ich viel Spaß beim Tragen!

An diesem Tag waren 17 Kilometer genug. Jedoch nur, weil sie auch schon den ganzen Vormittag herumgetollt ist.

Zum Abschluss…..

…..wünsche ich Dir und Deiner Fellnase viel Spaß beim Wandern und bedanke mich fürs Lesen!

Fragen und Anregungen beantworte ich gerne in den Kommentaren! 😀

LG Thomas

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